Dubai – aus der Wüste gestampft
Ein Zwischenhalt auf der Reise nach Australien gab mir die Möglichkeit, die Wüstenstadt Dubai näher kennenzulernen. Dubai ist eines der Emirate des erst 1971 gegründeten Staates VAE (Vereinigten Arabischen Emirate), allerdings nicht dessen Hauptstadt (dies ist Abu Dhabi). Vom kleinen Fischerdorf entwickelte sich Dubai dank der Entdeckung der Ölvorkommen seit 1966 zur Millionenstadt und einem wichtigen wirtschaftlichen Zentrum.
Heute ist Dubai ein Zentrum der Superlative. Es besitzt das höchste Gebäude der Welt, den 828 Meter hohen Turm Burj Khalifa. Um auf den Turm zu gelangen, muss man allerdings zuerst das grösste Einkaufszentrum der Welt, die Dubai Mall durchqueren. Dies allein dauert schon ca. 30 Minuten und es wird einem fast schwindlig vor Glanz und Glamour. Oben angelangt schweift der Blick über die riesige Stadt mit unzähligen Wolkenkratzern und der grössten künstlichen Insel der Welt. Dubai ist monströs.
Dubai ist aber auch mondän. Reklame gemacht wird nicht etwa für Schokolade oder Coca-Cola sondern vor allem für Trading. Alles ist auf Luxus ausgerichtet, die gigantischen Hotels übertreffen sich mit spezieller Architektur, kostspielige Restaurants, Boutiquen und Yachten findet man in Hülle und Fülle. Es kann nicht gross und teuer genug sein.
Dubai hat aber auch eine Kehrseite. Dank strengen Gesetzen, die von der Polizei auch überwacht werden, hat die Stadt eine sehr geringe Kriminalitätsrate. Zudem werden Respekt und Toleranz (innerhalb der Regeln) grossgeschrieben. Wir erlebten das immer wieder in der U-Bahn, wenn junge Männer, die müde von der Arbeit heimkehrten, uns sofort ihren Sitzplatz anboten. Da sehr viele Einwohner Dubais aus dem Ausland stammen, ist Dubai auch eine der multikulturellsten Städte, die beim Respektieren ihrer Regeln für alle Kulturen offen ist.
Am Dubai-Creek findet man die Altstadt Dubais, zu denen auch die Souks (Märkte) gehören. Da werden die Gewürze hoch aufgetürmt und es riecht nach Orient. Schnell wird man in ein Gespräch verwickelt und es wird versucht, einem Schals, Schmuck, Kleider usw. anzudrehen. Da braucht es schon ein dezidiertes Nein, um unbeschadet wieder aus den Souks hinauszugelangen.
Insgesamt hinterliess uns Dubai einen eher zwiespältigen Eindruck, hat aber sich auch seine Faszination. Doch wie mein Tano am Abend eines anstrengenden Tages in Dubai vor dem Schlafengehen richtig bemerkte: Eigentlich bin ich viel lieber auf dem Napf als hier.

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