Büstenhalter
Warum wir Frauen eigentlich einen Büstenhalter tragen und warum wir in Zukunft am Freitag auf den Büstenhalter verzichten sollten.
Der BH-Frei-Tag
Es gibt ihn in allen verschiedenen Farben, Formen und Grössen: Den Büstenhalter (oder sollte er eigentlich nicht eher „Busen-Halter“ oder „Brüste-Halter“ heissen?), kurz BH genannt. Wundervolle Exemplare gibt es, mit Spitzen verziert, Bügel-BHs, Push-up-BHs, aber auch praktische Ausgaben für den Sport oder das Stillen.
Ich erinnere mich gut daran, wie ich meinen ersten BH gekauft habe. Es war im ehemaligen ABM (die älteren unter euch mögen sich daran erinnern) in Luzern. Etwas unsicher schlich ich zwischen den vielen Ständern mit den unzähligen BHs herum. Eine ältere Verkäuferin erkannte meine Ratlosigkeit und kam zielstrebig auf mich zu: „Welche Grösse haben Sie?“ „Äh…“ antwortete ich verlegen. Kurzentschlossen zückte sie das um den Hals baumelnde Massband und mass meine Unterbrustweite. „75 B“ lautete die fachfrauliche Antwort und ich konnte erfolgreich zum Kauf schreiten.
Viele verschiedene BHs bevölkerten seitdem meinen Kleiderschrank und mit grosser Selbstverständlichkeit zog ich jeden Morgen einen BH an und am Abend wieder aus. Bis ich mich irgendwann einmal fragte: Warum tue ich das überhaupt? Ist es einfach eine Gewohnheit? Tue ich es, weil alle das so machen? Brauche ich das wirklich? Klar, wenn man Naturvölker ohne BHs betrachtet, dann haben die Frauen da eher einen Hängebusen als bei uns in der sogenannten zivilisierten Welt. Und gerade im Winter ist es für mich als ausgesprochener „Gfröörli“ sehr angenehm noch eine weitere Schicht zu tragen, weil vor allem der Busen bei mir sehr kälteempfindlich ist.
Doch warum sich nicht ab und zu mal einen BH-freien Tag gönnen? Sich obenherum völlig frei und uneingeschränkt fühlen ist ein Erlebnis, das jeder Frau zusteht. Am Anfang mag man dabei etwas unsicher sein, doch auch dies legt sich mit der Zeit. Es muss nicht gleich jeden Tag sein, aber ich propagiere hier einfach mal den BH-freien Freitag, kurz BH-frei-Tag. Mit dieser Idee bin ich nicht allein, der No-Bra-Trend, wie das zu neudeutsch heisst, soll zunehmend an Popularität gewinnen. Stehen wir doch einfach zu unserem Busen, so wie die Natur ihn geschaffen hat.
Und wer weiss, vielleicht findest du sogar Gefallen daran und wirst in Zukunft ganz auf deinen BH verzichten…
Mir tun nur die Profi-Fussballer ein bisschen leid, die seit neustem ebenfalls einen Büstenhalter, einen sogenannten GPS-BH (einen Haltegurt mit Chip) tragen müssen. Da sieht das Ausziehen des T-Shirts beim Torjubel – das sowieso nur immer zu einer dummen und unnötigen gelben Karte führt – gleich nicht mehr so sexy aus… Vielleicht sollten sie sich auch mal einen BH-freien Spieltag gönnen.

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