Wieso du unbedingt einmal auf den Sustenpass reisen musst und welche Attraktionen das Berggasthaus Hospiz bietet.
Dem Nebel entfliehen – zwischen Uri und Bern
Wenn es im Herbst jeweils neblig wird und die Nebelsuppe auf unser Gemüt drückt, dann ist man gerne geneigt, in höhere Gefilde zu entfliehen. Falls die Nebelobergrenze höher liegt, ist es oft schwierig, in der Nähe einen genügend hoch gelegenen Berg zu finden. So brechen wir an einem Oktobermorgen auf, um auf dem Sustenpass die Sonne zu suchen.
Den Sustenpass erreicht man entweder vom Urner Reusstal oder vom Berner Haslital herkommend. Die Passstrasse wurde 1945 fertiggestellt und ist 45 km lang. Wir fahren am berühmten Kirchlein von Wassen vorbei und bereits auf halbem Weg auf den Sustenpass gäbe es einen Parkplatz und eine attraktive Wanderung zur Sewenhütte oder später vom Sustenbrüggli zur Sustlihütte.
Auf dem Sustenpass auf 2224 m.ü.M. angelangt, geniessen wir die herrliche Aussicht auf das Bergpanorama und das Nebelmeer. Der riesige Parkplatz ist heute fast leer, im Sommer jedoch hoffnungslos überfüllt mit Motorrädern, schicken Autos und ausflugsfreudigen Touristen. Da das Gasthaus Sustenpass Passhöhe geschlossen hat, spazieren wir ein paar hundert Meter aufwärts zum Berggasthaus Sustenpass Hospiz.
Ein gemütliches Restaurant mit über 30 aufgehängten Menutafeln und einer Bedienung im Minirock und nackten Beinen (bei ca. 5 Grad Celsius) empfängt uns. Eine Schale Kaffee oder eine heisse Schokolade haben sie leider nicht anzubieten, da die Kaffeemaschine keine Milch heiss machen kann, dafür sind die Gipfeli und der Nussgipfel gratis – weil sie von gestern sind. Wir lassen es uns schmecken und wandern noch etwas weiter nach oben, von wo wir einen grossartigen Ausblick auf den türkisgrünen Steinsee haben.
Schnell kommen wir mit anderen Wanderern ins Gespräch und sie empfehlen uns, bei der Fahrt auf der Berner Seite auf die schönen Steinmauern am Rande der Passstrasse zu achten. Wir wiederum raten ihnen, unbedingt dem etwas kuriosen Restaurant Hospiz und seiner kälteresistenten Bedienung einen Besuch abzustatten.
Nun geht’s runter an vielen Aussichtspunkten vorbei zum Berghotel Steingletscher. Nach einem feinen Mittagessen beschliessen wir, noch ein bisschen aufwärts Richtung Steingletscher zu wandern. Beeindruckende Berggipfel und einzelne gelb gefärbte Lärchen säumen unseren Weg. Wir spazieren dem grünlichen Steinsee entlang bis zum Steinwasserfall. Der Steingletscher hat sich leider, wie viele Gletscher in der Schweiz, in den letzten Jahren stark zurückgebildet und ist für uns nur aus der Ferne sichtbar.
Zurück beim Hotel ist es Zeit, die kurvige Passstrasse auf der Berner Seite Richtung Innertkirchen weiterzufahren. Immer noch über dem Nebel schweift der Blick zu den majestätischen Bergen und der Weg führt durch viele Tunnels abwärts. Vorbei kommt man auch an der Triftbahn, die zur bekannten Hängebrücke führt, oder an der Tällibahn, die Gross und Klein in ein weitläufiges Wanderparadies bringt.
Nachdem wir wie empfohlen die schönen Steinmauern entlang der Passstrasse auf Berner Seite bewundert haben, tauchen wir wenig später wieder in den Nebel ein.
Wenn du auch gerne einmal auf den Sustenpass fahren möchtest, musst du dich noch ein wenig in Geduld üben, denn der Pass ist von Ende Oktober bis oftmals in den Juni hinein geschlossen. Das Warten lohnt sich aber auf alle Fälle!

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